Ich habe eine neue Angewohnheit. Gleich, nachdem ich morgens geduscht und mir die Haare gewaschen habe, muss ich Musik hören. Am besten laut. Damit ich aber dabei niemanden störe, mache ich das meistens mit Kopfhörern. An sich natürlich nichts Besonderes. Allerdings habe ich es mir angewöhnt, meinen Kopf dabei hin und her, vor und zurück zu werfen. In Fachkreisen wird diese Bewegung oft als „Head bangen“ bezeichnet. Wenn ich früher Menschen gesehen habe, die ihren Kopf schnell hin und her bewegten, dachte ich immer, dass diese bescheuert sind. Heute bin ich es. Bescheuert. Und ich find es richtig gut.
Headbangen? Woher kommt das überhaupt?
Ich muss sagen, dass diese Form des Tanzes, einige der wenigen Formen ist, die ich richtig gut finde. Mit den meisten Standardtänzen, die ich natürlich ALLE wie aus dem FF beherrsche, bringen mir nichts. Für mich ist das eher Krampf als Spaß. Vielleicht liegt das einfach an der Tatsache, dass ich keinen sonderlichen Sinn in diesen Tänzen sehe. Natürlich schiebe ich hin und wieder – nicht oft aber doch – eine kesse Sohle über das Parket. Hauptsächlich aus Zwang oder um der holden, willigen Weiblichkeit einen Gefallen zu erweisen.
Wenn aber ein richtiges Brett gespielt wird, Musik die mir quasi direkt in die Seele dringt, dann gibt es kein halten mehr. Dann muss ich mich bewegen. Dann drücke ich meinen Kopf vor oder zurück, hin oder her. Manchmal, aber nur selten, werfe ich auch eine acht – aber dabei wird mir, in Anbetracht der Tatsache, dass ich eventuell auch schon ein Bierchen intus habe, schlecht. Dass muss nicht sein.
Gerüchten zu Folge sollen Led Zeppelin Fans während eines Konzertes im Jahre 1968 mit dieser rhythmischen Bewegung angefangen haben. Von diesem Konzert aus muss das Headbangen dann in die Welt gezogen sein. Letzten Endes ist es aber auch scheißegal wer damit angefangen hat und warum – Hauptsache, es wird gemacht.
Wer jetzt aufgepasst hat, der wird sich sicher fragen, warum ich das so gerne direkt nach dem Duschen mache. Nun, meine Haare sind nicht so lang, dass das im trockenen Zustand fetzt. Im Gegenteil, im trockenen Zustand sieht das sogar eher ziemlich bescheuert aus. Aber wenn die nass sind, dann – ja dann…
Ein Foto von mir während des morgendlichen Headbangens gibt es nicht. Aber das nächste WACKEN ist ja schon in Sicht. Wenn ihr Glück habt, wird dann eins gemacht. Wenn Ihr Glück habt…
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Foto: motti82



Meine Haare erreichen so langsam eine headbangakzeptable Länge. Bis jetzt 40 cm. Mein Freund hat mich dabei trotzdem ausgelacht. Könnte aber auch daran gelegen haben, dass ich eigentlich nicht bangen darf, weil da bei mir nicht nur Haare fliegen sondern auch die Halswirbel springen ^^